Ab ersten Oktober können Schäftersheimer Bürger im Rahmen des „Car- &Man-Sharing“-Pilotprojekts „Smarte KARRE“ vier Elektrofahrzeuge mitnutzen. Die Idee: E-Autos teilen und dabei umweltverträgliche und klimaneutrale Mobilität leben, durch Car-Sharing den Verzicht aufs Zweit- und Drittauto ermöglichen und ganz nebenbei durchs Teilen von Fahrzeug und Manpower den sozialen Zusammenhalt im Dorf stärken. So werden neben der Fahrzeugbuchung eine Mitfahrzentrale und ein Fahrdienst angeboten. „Martina Klärle sprüht nicht nur über vor Ideen fürs Land, sie ist auch bestens vernetzte Umsetzerin“ sagt Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg im Rahmen der Veranstaltung. Zahlreiche interessierte BürgermeisterInnen, Wissenschaftler und viele interessierte Bürger waren angereist, um die Diskussionen und Vorträge rund um Mobilität im ländlichen Raum zu verfolgen und sich über die Smarte KARRE zu informieren. Das Projekt soll nach Ende der Förderphase durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung im Rahmen von Land.Digital auch auf andere Kommunen und Vereine übertragbar sein und „best gelebtes Beispiel für nachhaltige Mobilität werden“. Im kleinen Podiumsgespräch mit Martina Klärle zeigten sich neben Friedlinde Gurr-Hirsch auch die Bundestagsabgeordnete Nina Warken, Landrat Reinhard Frank und Schäftersheims Ortsvorsteher Markus Lang davon überzeugt, dass auch im ländlichen Raum, wo rund 80 Prozent der Wege mit dem Auto zurückgelegt werden, nachhaltige Mobilität möglich ist. Nina Warken sieht in der intelligenten Verknüpfung von Projekten wie der „Smarten KARRE“ und dem öffentlichen Personennahverkehr eine Chance, flächendeckend und bezahlbar auch den Individualverkehr zu erhalten. „Wir sind der Zukunftsraum unseres Musterländles“, betonte Landrat Reinhard Frank angesichts der Schäftersheimer Innovationsschmiede. Die Fördergelder werden unter anderem für die Buchung der APP sowie die Installation eines Stromspeichers verwendet. Die Programmierung dieser intelligenten APP und der Buchungssoftware übernahmen Lukas Böhm und Felix Peters mit ihrem auf inzwischen sieben Personen angewachsenen Startup- Unternehmen „mobilesdorf“. Die beiden Jungunternehmer stellten ihre hier realisierte Lösung den Teilnehmern der Veranstaltung ebenso vor wie Jonas Meyer die Intilion-Lösung dezentraler Energiespeicherung, die auch für die Nachhaltigkeit der Elektromobilität generell und der „Smarte(n) Karre“ ein Kernstück ist. Zuvor hatte Dr. Cornelius Merlin Fördermöglichkeiten des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) und das Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung (KomLE) vorgestellt, das seit Ende 2017 über 60 „Land.Digital“- Projekte fördert und begleitet, die wie das „Smarte Karre“-Projekt Digitalisierung nutzen, um ländlichen Räumen neue Chancen zu eröffnen. Merlin, der zusammen mit Moderatorin und Projektleiterin Tanja Wahl an der „Smarten KARRE“ arbeitet, zeigt sich vom Energiekonzept des HOF8, zu welchem neben dem Stromspeicher seit Mitte September auch sechs Windwalzen zur nachhaltigen Energieerzeugung gehören, begeistert. Einen besonderen Moment gab es noch für Friedlinde Gurr- Hirsch, die mit der Digitalbrille die erste, via Handy-App von Ortsvorsteher Markus Lang freigeschaltete Rundfahrt der „Smarten KARRE“ durch Schäftersheim über die Drohnenkamera von oben verfolgte. Markus Lang ließ zur Premierenrunde Landrat Frank ins Fahrzeug zusteigen und nutzte die Gelegenheit zur flinken EMobil- typisch flüsterleisen Dorfpräsentation. Für den Ortsvorsteher ist sein 800-Seelen-Ort „Schäfdersche“ mit den drei E-Tankstellen, sieben Ladesäulen, mehreren Elektroautos und E-Bikes einfach führend. Diese Begeisterung hat sich am Abend auch bei der Inforunde für die Schäftersheimer Einwohnerinnen und Einwohner wiedergespiegelt. Zahlreich sind diese zum HOF8 gekommen um sich genauer über den Projektstand zu informieren und natürlich um die Autos ausgiebig Probe zu fahren. Von der dynamischen und einfachen Fahrweise zeigten sich alle begeistert. Die Herren von mobilesdorf demonstrierten den Buchungsvorgang mittels Buchungssoftware oder APP und beantworteten zusammen mit Martina Klärle die vielen Fragen, die rund um das Car- und Mansharing entstanden sind. Nach den Probefahrten bestand dann noch die Möglichkeit sich direkt im Buchungsportal zu registrieren. Dieses Angebot wurde bereits von vielen genutzt, die die Smarte KARRE dann ab 1. Oktober im Regelbetrieb nutzen können. Das Tarifmodell der Smarten KARRE ist dabei denkbar einfach: Für 2,50 Euro/Stunde und 25 Euro/Tag ist die Smarte KARRE unterwegs. Dieser „Leihwagentarif“ ohne zusätzliche Kilometer- und Stromkostenabrechnung gilt zunächst für die Testphase, in der das Projekt durch Fördermittel des Bundes unterstützt wird. Das Projekt soll nun nach der Anschubfinanzierung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung im Rahmen von Land.Digital auf möglich viele andere Kommunen und Vereine übertragen werden um die Attraktivität der Dörfer durch moderner und nachhaltigen Individualverkehr zu steigern, so könnte die smarteKARRE zu einem „best gelebtes Beispiel für nachhaltige Mobilität werden“. Redaktion: Inge Braune, Tanja Wahl Pressefoto: v.l.n.r. Projektorganisatorin und Moderatorin Tanja Wahl, Professorin dr. Martina Klärle, Nina Warken (MdB) und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, dahinter Weikersheims stellvertretender Bürgermeister Norbert Beck, Ortsvorsteher Markus Lang und Landrat Reinhard Frank. Quelle: Klärle GmbH